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Bitterpflanzen machen müde Menschen munter 03. Juni 2011
 
Na-türlich informiert…… Der Natur und dem Leben vertrauen

Weisheiten des Herzens: Das tägliche Leben ist lehrreicher als das wirksamste Buch.
J. W. von Goethe, Deutscher Dichter (1749 – 1832)

Bitterpflanzen machen müde Menschen munter

Heutzutage haben wir uns Bitteres längst abgewöhnt und aus dem Kulturgemüse herausgezüchtet. Die letzten Spuren von „bitter“ werden aus Speisen herausgeschnitten oder -gekocht. Wie schade! Als Appetitanreger, Verdauungshilfe und Kräftigungsmittel leisten Bitterstoffe exzellente Dienste. Sie wärmen, heizen Verdauung und Stoffwechsel an und erleichtern das Abnehmen. Daher helfen Bitterpflanzen nicht nur bei Verdauungs- und Leistungsproblemen, sondern auch als idealer Bestandteil der Frühjahrskur, um ohne Winterspeck und Frühjahrsmüdigkeit in die warme Jahreszeit zu starten.

Viele Menschen verziehen beim Trinken von Wermut- oder Enziantee das Gesicht. Doch Eingeweihte wussten schon immer um die Heilwirkung bitterer Speisen und Getränke. Antonius Musa (60 n. Chr.), Leibarzt von Kaiser Augustus, empfahl dem römischen Volk zur Förderung der Verdauung allabendlich eine Schüssel bitterer Kräuter. Bitterstoffe waren seit jeher die Hauptbestandteile von Lebenselixieren wie den mittelalterlichen „Theriaks“, aus denen sich die heute gebräuchlichen Schwedenbitter-Mischungen entwickelt haben. Aus dem alten Wissen stammt auch das geflügelte Wort von der „bitteren Medizin“. Die Wertschätzung kraftspendender Bitterpflanzen bringt ein Name wie Tausendgüldenkraut deutlich zum Ausdruck.

Wenn, wie im Rahmen der heute üblichen Kost, keine oder kaum noch Bitterstoffe zugeführt werden, verweilt die Nahrung zu lange im Verdauungstrakt und verursacht verstärkt Blähungen. Dann greift man gerne zu einem Aperitif (vor dem Essen) oder Digestif (nach dem Essen), einem alkoholischen Magenbitter. Und wer seine Frühjahrskur mit Löwenzahn und Schafgarbe beginnt, weiß, wie gut Bitteres tut!

Der bittere Geschmack regt über das vegetative Nervensystem die Ausschüttung von Verdauungssekreten an. Die Wirkung beginnt somit an den bitterstoffsensiblen Geschmacksknospen der Zunge. Kinder besitzen mehr, alte Menschen weniger davon und reagieren entsprechend verstärkt bzw. vermindert auf Bitterstoffe. Gerade ältere Menschen, bei denen die Produktion von Speichel und Verdauungssäften oft verringert ist, benötigen vermehrt Bitterstoffe, um die nachlassende Produktion von Speichel und Verdauungssäften sowie Stoffwechsel und Appetit anzukurbeln (siehe Rezept: Wurzelwein).

Wer ist nicht manchmal müde, lustlos und erschöpft, ausgepowert oder krankheitsanfällig? Saure Stoffwechsellage, Verstopfung, Appetitlosigkeit oder depressive Verstimmungen: dies alles sind Indikationen (Heilanzeigen) für die „bittere Medizin“. Bitterdrogen dienen nämlich nicht nur als Verdauungshilfe, sondern auch als Kräftigungsmittel, Mut und Muntermacher. Sie machen „warm um’s Herz“. In der Phytotherapie werden Bittermittel eingeteilt in:

• Amara tonica (Enzian, Tausendgüldenkraut, Artischocke, Löwenzahn): stärkend, verdauungsfördernd.
• Amara aromatica mit ätherischen Ölen (Engelwurz, Hopfen, Kalmus, Schafgarbe, Wermut): verstärkt verdauungsfördernde und keimhemmende Wirkung.
• Amara acria mit scharfem, feurigem Geschmack (Ingwer, Galgant, Gelbwurz): intensiv verdauungsfördernd, keimtötend und blähungswidrig.
• Amara mucilaginosa (Isländisch Moos) sind schleimhaltig: schützende Wirkung auf entzündete Schleimhäute des Magens und der Atemwege.

Bitterstoffe mobilisieren die Verdauungssäfte
„Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund.“ Bittere Pflanzen regen die Sekretion der Verdauungssäfte in Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse an. Die Magenschleimhaut wird vermehrt durchblutet und alle Verdauungsvorgänge gesteigert. Das verstärkt den Appetit und beschleunigt nachfolgend die Magenentleerung. Durch die vermehrte Gallensekretion und erhöhte Aktivität der Bauchspeicheldrüse werden auch mehr nahrungsspaltende Enzyme ausgeschüttet, so dass Eiweiß, Kohlenhydrate und vor allem Fette besser verdaut werden. Dies wirkt blähungs-, gärungs- und fäulniswidrig. Außerdem können auch fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) und Mineralien wie Eisen besser resorbiert werden.

Wichtige Einsatzgebiete: Verstopfung und Darmpilze
Durch ihre Gallenfluss fördernden Eigenschaften wirken Bitterstoffpflanzen leicht abführend und aktivieren zusätzlich die Darmbewegungen; deshalb sollten Bittermittel gerade auch bei chronischer Verstopfung eingenommen werden.
Zudem wird eine geschädigte Darmschleimhaut durch die Aktivierung der gesamten Verdauungssäfte dazu angeregt, vermehrt Stoffwechselrückstände auszuscheiden. Zu einer Darmsanierung oder Antipilztherapie sollten daher immer begleitend Bitterstoffe verordnet werden. Bei einer intakten Darmschleimhaut finden Viren, Pilze und Bakterien dadurch kein passendes Milieu mehr. Offensichtlich wird auch der Hunger auf Süßes gemildert.

Basische und blutbildende Wirkung hilft dem Stoffwechsel
Durch die Erhöhung der Eisen- und Vitamin-B12-Aufnahme über den Darm wird außerdem die Blutbildung angeregt.
Besonders Menschen, die aufgrund eines schlechten Resorptionsvermögens stets müde und antriebslos sind, kann mit Bittermitteln wie Enzian (Tee und/ oder Tinktur) geholfen werden. Bitterstoffe aktivieren die unspezifische Abwehr des Körpers und regen die Schweißbildung an.

Das begründet ihren bewährten Einsatz bei fieberhaften grippalen Infekten.
Früher war es üblich, die keimhemmende Engelwurz (Wurzel) zu kauen, wenn man das Haus Infektionskranker betrat.
Die Spannung der Darmmuskulatur wird durch Bitterstoffe erhöht, gleichzeitig Wärme freigesetzt und der gesamte Energiestoffwechsel angeregt. Das wirkt allgemein antriebs- und energiesteigernd, wärmend (besonders Ingwer) und stimmungsaufhellend. Daher setzt man sie als Roborantien (Kräftigungsmittel) bei chronisch kalten Händen und Füßen, Antriebsschwäche, Schwächezuständen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Ängsten und depressiven Verstimmungen ein sowie zur Genesung und im Alter.

Bitterstoffe erhöhen die Kontraktionskraft des Herzens, erweitern die Herzkranzgefäße und erhöhen die Gefäßspannung der Venen. Blut und Wärme werden im Körper besser verteilt und das Herz besser versorgt. Der Volksmund weiß um diese Wirkung, wenn er sagt: „Bitter ist gut für das Herz“, und nicht umsonst nennt man die Engelwurz auch „Brustwurz“.


Bitterstoff-Rezepte

Tee bei Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen: 30 g Pfefferminzblätter mit je 25 g Fenchelfrüchten und Kamillenblüten und 20 g Pomeranzenschalen. 1 TL der Mischung im Mörser anquetschen, mit heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen und 10 Min. zugedeckt ziehen lassen. Täglich 3 Tassen trinken.

Tee gegen nervöse Magenbeschwerden: Je 20 g Melissenblätter, Engelwurzwurzeln, Hopfenzapfen, Majorankraut, Kamillenblüten. Zubereitung wie oben.

Grippetee: Je 20 g Ingwer- und Engelwurzwurzeln, Holunder- und Mädesüßblüten, Weißdornblätter und -blüten. Zubereitung wie oben.

Stimmungsaufhellender Tee: 40 g Johanniskraut, 20 g Schafgarbenblüten und je 10 g Schlüsselblumen-, Lavendel-, Orangen und Rosenblüten. Zubereitung wie oben.

Teemischung bei Erschöpfung: Je 10 g Engelwurz- und Ingwerwurzel, und je 20 g Rosmarin-, Herzgespann- und Weißdornblätter. Zubereitung wie oben.

Begleittee bei Darmsanierung: Je 10 g Gelbwurz- und Ingwerwurzel, Pfefferminzblätter und Harongarinde mit 30 g Kamillenblüten und je 20 g Zistrosenkraut und Fenchelfrüchten mischen. Zubereitung wie oben; evtl. süßen mit Milchzucker.

Frühjahrskur-Salat: Je eine Handvoll Löwenzahnblätter und eine Mischung aus Gänseblümchen, Spitzwegerich, Schafgarbenblätter und Vogelmiere; kurz waschen, kleinzupfen und mit einem kleingeschnittenen Apfel hübsch anrichten. Dressing aus 5 EL und je 1 EL Zitronensaft, Balsamicoessig, mildem Senf und Honig, mit etwas Gemüsebrühe, Pfeffer und Salz würzen. Mit Löwenzahn- und Gänseblümchenblüten garnieren.

Wurzelwein zur Kräftigung: Je 1 TL zerkleinerte Löwenzahn-, Wegwarten- und Engelwurzwurzel mit 200 ml Portwein in ein Schraubglas geben. 5 Tage am Fenster stehen lassen, täglich kräftig schütteln und dann abgießen. 2mal täglich 1 EL vor dem Essen einnehmen.

Tee bei Magersucht (Anorexie) und zur Revitalisierung: Je 10 g Tausendgüldenkraut, Enzian- und Süßholzwurzel, Wermutkraut, Rosmarinblätter, dazu 50 g Fenchelfrüchtetee, Zubereitung wie oben.

Verfasser: Ursel Bühring, Krankenschwester, Heilpraktikerin und Phytotherapeutin.

Bitterstoffe und Frühjahrskur 03. Juni 2011
 
Na-türlich informiert…… Der Natur und dem Leben vertrauen

Weisheiten des Herzens: Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.
Joseph Joubert, franz. Moralist (1754 – 1824)

Bitterstoffe und Frühjahrskur

Bitterstoffe werden aus unseren Nahrungsmitteln immer mehr herausgezüchtet, damit es „besser“ schmeckt. Doch unsere Verdauungsdrüsen brauchen zur Anregung diese natürlichen Stimuli. Daher ist es sinnvoll, Bitterstoffe in den täglichen Speiseplan einzubauen. Hildegard von Bingen hat vor 1.000 Jahren schon darauf hingewiesen.

Rezepturen für Kuren bestehen zum Beispiel aus Pflanzenbestandteilen wie Angelikawurzel, Enzianwurzel, Blutwurz, Zimtrinde, Mariendistel, gelber Ingwerwurzel und Kardamomsamen. Eine sorgfältig aufeinander abgestimmte Mischung machen diese Rezeptur zu einem sehr wirkungsvollen Nahrungsergänzungsmittel, welches am Besten kurmäßig über vier bis acht Wochen mit 3 mal 20 – 30 Tropfen angewandt werden sollte. Auch Menschen, welche unter Blähbauch, Völlegefühl und Sodbrennen leiden, finden damit rasche Linderung. Darüber hinaus gibt es keine Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Arzneien.

Das Besondere dabei ist, dass es diese Kräutermischung auch flüssig mit Alkohol oder als Pulver ohne Alkohol gibt. Auch der Klostertee nach Hildegard von Bingen ist eine besonders bekömmliche Kräuterauslese mit einem aromatisch-zarten Geschmackserlebnis. Ingwer, Spargelwurzel, Brennnesselblätter, Melissenblätter und Süßholzwurzel machen die Rezeptur aus. Man trinkt davon täglich einen Liter.

Wer seinen Stoffwechsel gerade in der Frühjahrszeit anregen möchte um zu entschlacken, dem empfehlen wir die seit vielen Jahren bewährte Saftkur aus Löwenzahn, Artischocke, Schwarzrettich und Brennnessel. Jeweils 1 Woche lang werden 3mal täglich 10 ml in 100 ml Wasser vor dem Essen eingenommen.
Also in der 1. Wochen Löwenzahn, in der 2. Woche Artischocke, 3. Woche Schwarzrettich und zuletzt Brennnessel in der 4. Woche.

Wohl bekomm’s!

Bewusst ernähren 03. Juni 2011
 
 
 
Bärlauch – Frühlingskraut mit Bärenkräften

Bärlauch wächst wild in unseren Wäldern an schattigen feuchten Standorten, Man kann ihn von März bis Mai sammeln. Im Mai entwickelt die Pflanze lange Stängel, an deren Spitze kleine, weiße Blüten stehen.

Beim sammeln ist jedoch Vorsicht angesagt, denn Bärlauch wird oft mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder mit jungen Pflanzen des gefleckten Aronstabes verwechselt. Alle drei Pflanzen sind hochgiftig! Wer sicher gehen will, kauft ihn auf dem Markt, wo er zunehmend angeboten wird.

Bärlauchaufstrich - Zutaten für vier Personen:

1 Handvoll Bärlauchblätter, 250 g Speisequark, 2 EL saure Sahne, 1 TL Zitronensaft, Meersalz, Pfeffer aus der Mühle, eine Prise Rohrohrzucker, etwas Senf.

Zubereitung:
Quark mit saurer Sahne glatt rühren. Mit Zitronensaft, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Gewaschene Bärlauchblätter fein hacken und untermischen.

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