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Den Zugang zur Welt wiederfinden“ 14. September 2008
 
Eine Depression kann meist nicht aus eigener Kraft überwunden werden. Es gilt, die Erkrankung anzuerkennen, sich aber auch eindeutig davon zu distanzieren und die Entscheidung zu treffen, die notwendigen schritte in ein normales Leben zu tun.

Viele Menschen, die an einer Depression erkranken, stürzen ohne ersichtlichen Grund in ein inneres „Gefängnis“ aus Kummer und Hoffnungslosigkeit, fühlen sich bei vollem Bewusstsein gelähmt und benötigen während der depressiven Episoden auch für einfache tägliche Verrichtungen große Kraftanstrengungen. Sie empfinden das Leben als eine ferne Welt, zu der sie nur eingeschränkten Zugang haben und fühlen sich verlassen, ungeliebt und von der Umwelt abgeschrieben. Die „Lähmung“ von Gefühlen und Antrieb geht während eines Schubes weit über das willentlich Beeinflussbare hinaus – daher sind Verhaltens- oder Vernunftappelle wie „Kopf hoch“ zum Scheitern verurteilt.

Für Angehörige ist diese Situation nicht weniger schmerzhaft, denn die Betroffenen beantworten deren Verhalten häufig negativ, z. B. „Ich bin ohnehin nur eine Last“ oder „Ich kann Dich nicht ertragen“.

Sie verletzen mitunter ihre Bezugsperson systematisch und vertreiben sie, ohne dies tatsächlich zu wollen.

Depression tritt in allen Abstufungen und häufig unauffällig auf. Oft beginnt die eigentliche Erkrankung mit einem plötzlichen Schub, der mit einem traumatischen Ereignis zusammenfällt, z. B. Trennung, Tod eines Angehörigen, Geburt, Arbeitsplatzverlust, Umzug. Sie wird daher nicht selten als Trauer, Frust oder Überlastung fehlgedeutet.

Was die Ursachen der Depression anbelangt, gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Auffällig ist ein Zusammenhang mit dem „Glückshormon“ Serotonin im Gehirn. Wird dies nicht ausreichend gebildet oder übertragen, steigt das Risiko für Depressionen – daher zielen Antidepressiva auf eine Serotoninsteigerung ab. Wer indessen Schicksale und Behandlungen verfolgt, wird feststellen, dass medikamentöse Antidepressiva bei bestimmten Patienten sehr gut wirken, bei anderen jedoch wirkungslos bleiben oder eine Verschlimmerung herbeiführen.

Zwar zählen Medikamente bei schweren Depressionen noch immer zu den wichtigsten Säulen der Therapie, doch wenn sich der Zustand unter einem Medikament nicht verändert oder gar verschlechtert, sollte dieses abgesetzt werden. Im Vordergrund stehen ebenso Psychotherapie, Ordnungstherapie und Lebenspraxis, welche auf ein eigenständiges, erfülltes Leben und ein Unterbrechen der negativen emotionalen Regelkreise abzielen.

Schritte aus der Depression:

Die ersten schritte in ein „normales“ Leben können sehr mühsam sein, werden jedoch von Tag zu Tag leichter gelingen, wenn insbesondere durch Aktivität der negative Regelkreis von Rückzug und Hilflosigkeit bzw. Vereinsamung unterbrochen wird. Zu den wichtigen Maßnahmen gehören:

° Nicht mehr als 8 Stunden schlafen und liegen pro Tag

° Täglich vor 7 Uhr aufstehen

° Regelmäßiger Tagesrhythmus (schlafen, essen, bewegen, Kontakte), möglichst auch am Wochenende

° Viel frische Luft und Tageslicht, möglichst direkte Sonneneinstrahlung.

° Täglich mindestens eine Stunde intensive Bewegung.

° Kältereize z. B. Wechselduschen, schwimmen, kalte Güsse, kalte Luft.

° Prüfen und ordnen der Beziehungen: Welche Menschen geben, welche nehmen mir Kraft und Lebensfreude? Ist ein normales Lebensmodell möglich/notwendig?

° Verzicht auf Suchtmittel wie Rauchen, Zucker, Tabletten Alkohol oder Fernsehen.

° Kontakte suchen und pflegen, andere nicht vorschnell „verprellen“.

° Depressive Gedanken, Gesten und Worte bereits in der Entstehung erkennen und durch Aktivität durchbrechen.

° Selbsthilfegruppen: Austausch mit Mitbetroffenen (Kontakte z. B. über Krankenkassen oder Sozialbehörde.)

° Sinngebende tägliche aufgaben (z.B. Berufstätigkeit, Praktikum, Nachbarschaftshilfe, Verein, Ehrenamt)


° Bei sekundärer Depression (z.B. durch Trauma, Sucht seelischer Stress, körperliche Erkrankung): gezielte Ursa-
chen-suche und –therapie.

Viele Menschen leiden glücklicher Weise nicht unter dem Vollbild der Depression, sondern einer abgemilderten Variante oder Vorstufe davon: Sie können ihr Leben bewältigen, Aufgaben erfüllen und Beziehungen pflegen – dies alles allerdings nur mit einem gewissen Kraftaufwand, häufigen Enttäuschungen und frustrierenden Konflikten.

Daher sollte gerade hier frühzeitig – therapeutisch oder lebenspraktisch – angesetzt werden, damit es nicht „drinnen regnet, wenn draußen die Sonne scheint“ – sondern im Idealfall umgekehrt.

Blutegeltherapie – Ausleitungsverfahren 14. September 2008
 
Leitgedanken: Wer vor nichts Angst hat, wird durch die Gefahr überrascht.
Konfuzius
Die historische Entwicklung der Blutegeltherapie

Der Blutegel ist schon lange Zeit für seine heilende Wirkung bekannt. Die ersten Aufzeichnungen bezüglich des Einsatzes von Blutegeln in der Medizin stammen aus dem Zeitraum 1500 vor Christi. Die Babylonier erwähnen bereits in Ihren Keilschriften den medizinischen Einsatz von Blutegeln zur Behandlung von Menschen.

In Europa findet man die Ersten Aufzeichnungen zu Thema „Blutegeltherapie“ bei dem griechischen Arzt und Dichter Nikandros von Colophon (2. Jhr. v. Chr.)

Die Blutegeltherapie wurde im laufe der Zeit immer populärer. Mitte des 19. Jahrhunderts war durch den starken Verbrauch die Blutegelpopulation so dezimiert, dass der Blutegel vom Aussterben bedroht war. Eine weitere Gefahr für den Blutegel stellt die zunehmende Umweltverschmutzung durch die steigende Industrialisierung dar. Blutegel besiedeln nur reines Wasser und so sind die natürlichen Lebensräume für den Blutegel sehr begrenzt.

Mit der Dezimierung des Blutegels sank auch die Popularität der Blutegeltherapie.

Erst in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Blutegel wieder en vogue. Neue Operationsmethoden in der Microchirugie wurden von einem alten bekannten – dem Blutegel – äußerst hilfreich unterstützt. Bei venösen Stauungen im Rahmen der Transplantationschirurgie wird heute wieder vermehrt der Blutegel als Staulöser eingesetzt

Aber auch bei vielen anderen Krankheiten wie: Angina pectoris, Apoplexie, Brustdrüsenentzündungen, Depressionen, Furunkel, Gallenblasenentzündungen, Gürtelrose, Hodenentzündungen, Hypertonie, Krampfadern, Mandelabszess, Nebenhöhlenentzündungen, Phlebitis, Rheuma, Thrombosen oder Tinitus wird der Blutegel heute wieder gerne „medizinisch zu Rate gezogen“.

Wasser als Heilmittel - Schenkelguß 14. September 2008
 
In loser Folge werden wir zu Themen wie Güsse, Bäder, Packungen, Wickel berichten.

Die physikalische Therapie, die Krankheiten mit "natürlichen" Mitteln, wie Wasser, Wärme, Licht, Luft, Massage und Heilgymnastik behandelt, hat in den letzten Jahrzehnten eine stürmische Aufwärtsentwicklung durchgemacht. Durch Ihre Methoden wird der Versuch unternommen, die Natur direkt in den Heilungsprozess mit einzubeziehen. Natürliche Heilmethoden helfen einer zunehmenden Zahl von Menschen, gesund zu bleiben, und ermöglichen chronische Erkrankten und Behinderten ein erträgliches Leben. Wir wollen Ihnen mit diesen Beiträgen einen Wegweiser und zugleich Gebrauchsanleitung für den Umgang mit den Heilmitteln der Natur sein. Ausführlich werden verschiedene Methoden vorgestellt. Besonders das Wasser besitzt eine Fülle von therapeutischen Eigenschaften.

Wasser als Heilmittel – Schenkelguß -

Sie benötigen eine Badewanne oder eine Duschwanne, die mit einer Rutschfesten Badematte ausgelegt sein muß. Ein Kneipschlauch wäre sinnvoll, aber ein normaler Duschschlauch geht zur Not auch. Den Brausekopf abschrauben. Denken Sie an Handgriffe im Badezimmer und im Bereich der Badewanne.

Heilanzeigen.

Der Schenkelguß hat ähnliche Heilanzeigen wie der Knieguß, eignet sich aber nicht für Patienten mit schweren Hüftgelenksbeschwerden. Bei leichteren Formen der Hüftgelenksarthrose ist die Anwendung eines Schenkelgusses angebracht. Bitte vor einer Selbstbehandlung, immer erst eine Rücksprache mit Ihrem Arzt nehmen.

Weitere Heilanzeigen des kalten Gusses:

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)
Stauungen im Lebersystem (= sog. Pfortaderstauungen)
rheumatische Erkrankungen
Verspannungen der Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur

Bei rheumatischen Erkrankungen gilt: Wirklich nur kalt gießen, wenn sie kalt auch vertragen.

Der Schenkelguß kann auch als Wechselguß durchgeführt werden. Nach jeder Kaltbehandlung wird eine Sequenz mit warmem Wasser eingefügt. Sie beginnen die Behandlung mit warm und beenden mit kalt. Diese Hinweise gelten allgemein für Wechselgüsse.

Heilanzeigen für Wechselschenkelguß:

Missempfindungen nach Lähmungen, Schlaganfall u. ä.

Als Versuch bei Durchblutungsstörungen;

Die Temperatur unterschiede müssen dann besonders mild gewählt werden.

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Quelle: naturheilverein-darmstadt.de
Stand: 29.09.21 um 04:36 Uhr