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Bericht zur Jahreshauptversammlung 2006 11. November 2006
 
In seiner Jahreshauptversammlung am 25. 01.2006 wählte der Naturheilverein Darmstadt
im Storchenschulhaus in Münster lt. Satzung einen neuen Vorstand.

Die erste Wanderung in diesem Jahr führte uns bei kältem aber sonnigen Winterwetter über die Geburtstagsallee des Landkreises-Darmstadt-Dieburg mit einer Rast an der Linde des Naturheilvereins Darmstadt, die vor zwei Jahren zum 120 jährigen Geburtstag des Vereins gepflanzt wurde. Patenschaften für das Giesen im Sommer, wurden von Mitgliedern des Vereins übernommen. Es wurden wieder Lieder gesungen, Gerda Mann trug ein Gedicht von Matthias Claudius vor und Walter Huber einige homorvollen Zeilen über "Der Baum" , gedichtet von seiner Frau Elvira. Der Abschluss war in einem Vereinslokal mit einem schönen Ausblick in der verschneite Natur.

Seht meine lieben Bäume an,
Wie sie so herrlich stehn
Auf allen Zweigen angetan,
Mit Reifen wunderschön! Und alle Bäume rund umher,
All alle weit und breit
Stehn da geschmückt mit gleicher Ehr,
In gleicher Herrlichkeit.
Von unten an bis oben `naus
Auf allen Zweigelein
Hängt`s weiß und zierlich, zart und kraus
Und kann nich schöner sein.
Matthias Clausius

Der Baum

Im Januar 2004 traf sich, wie kann es anders sein,
der Darmstädter Naturheilverein.
Es war recht kalt - lag es lag auch Schnee;
dennoch ging`s zur Geburtstagsallee.

Warum, wieso die vielen Leut,
hat jemand Geburtstag heut?
Bald war jedem klar:
Der Verein wird 120 Jahr.

Drum kam man auf die gute Idee
Zu pflanzen ein Bäumchen in dieser Allee.
Es war eine Linde - gesund und schön,
Herrn Gottscheu könnte man sie tragen sehn.

Eingepflanzt von Gärtners Hand
Steht sie jetzt am Wegesrand.
Dies alles ist hervorragend gelungen
Drum wurden auch ein paar Lieder gesungen.
Mit dem Wetter hatten wir viel Glück,
trockenen Fußes kamen wir zurück

Auch heute trafen wir uns wieder
Und sangen am Bäumchen schöne Lieder.
Nun lasst uns aber lansam Gehen
In der Hoffnung auf ein jährliches Wiedersehn.

Doch halt: Vergesst auch dieses Jahr nicht das Giessen -
Aber jetzt wollen wir erst mal zum "Portogiesen"
Statt dessen geht`s jetzt zum Luici-
"do" wollt "mer" sowieso "emol hi".

Elvira Huber
mit besten Grüßen

Walter Schledt

Rufmord ohne Folgen? 11. November 2006
 
Die andere Medizin: Stiftung Warentest auf dem Rückzug
Im September 2005 rührte die Stiftung Warentest höchst effizient die Werbetrommel für ihr Buch "Die andere Medizin" Darin sollten naturheilkundliche Verfahren angeblich neutral bewertet werden - zwei Drittel der Methoden wurden als unwirksam oder gar gefährlich eingestuft. Der Eigenwerbung, hier wurden Standards für sachliche Patienteninformation gesetzt, ging der Großteil der Medien auf den Leim. Inzwischen jedoch muss die Stiftung Warentest ganz kleine Brötchen backen. Das Buch ist vom Markt.

Nicht nur die Homöopathie, auch die Traditionelle chinesische Medizin und etliche Methoden der klassischen Naturheilkunde wir Schröpfen oder Kneiptherapie wurden von den "Testern" (zwei Journalisten) auf der Basis von Literaturrecherchen als "wenig oder nicht geeignet" eingestuft. Es entstand der Eindruck, außer Entspannung, Gymnastik und Massage sei die gesamte Naturheilkunde kompletter Humbug. Der Nutzen des Buches für den Laien war fraglich, und ein Beitrag zur Fachdiskussion nicht erkennbar.
Mitte November rückte Naturarzt-Chefredakteur Dr. med. Rainer Matejka (in der Ausgabe 12/2005) einige Aussagen aus der Sicht des medizinischen Praktikers zurecht.
Anfang Dezember veröffentlichte das "Deutsche Ärzteblatt", dem nicht gerade unkritische Parteinahme für die Naturheilkunde nachgesagt wird, eine vernichtende Kritik. Darin wird erstens bemängelt, dass die Warentester es nicht für nötig befanden, die angebliche Allgemeingütigkeit der modernen wissenschaftlichen Prüfmethoden zu hinterfragen. Das Buch sei alles andere als auf der Höhe der Zeit: Die internationale Fachdiskussion stelle z. B. die pauschale Orientierung an der Zufallsverteilung (Randomisierung) in Studien längst in Frage.
Zweitens, die Tester halten sich selbst nicht an die eigenen Maßstäbe der Neutralität und Transparenz: "Unklar bleibt, warum manche Studien akzeptiert und andere verworfen wurden oder warum wichtige Teilergebnisse aus Studien nicht erscheinen. So muss man den Autoren die Darstellung glauben (oder nicht)...." Man müsse bei dem, was die Autoren für erwiesen oder widerlegt hatten, wohl auch "Willkür" vermuten. In "Die andere Medizin" fänden sich drittens "teilweise gravierende Falschaussagen". Fazit: die Absicht neutral zu bewerten, sei lobenswert, dafür hätte es aber "ein bedeutendes Mehr an "Kompetenz, Methodik und Darstellung" benötigt.
Zahlreiche fachliche Fehler haben die Vertreter der Stiftung Warentest, die wochenlang durch Talkshows tingelten und Interviews gaben, offensichtlich begangen. Einer zumindest war rechtlich anfechtbar, und über diesen ist die Stiftung Warentest letztlich gestolpert: Die Deutsche Homöopathie Union (DHU) als größter Hersteller homöopathischer Präparate erhob Klage - und gewann vor Gericht. Im Buch "die andere Medizin" war unter anderem behauptet worden, homöopathische Komplexmittel seien ohne den für konventionelle Arzneimittel erforderlichen Wirksamkeitsnachweis im Handel. Namentlich wurden in diesem Zusammenhang ein DHU-Mittel aufgeführt.
Frei nach der Devise "Es kann nicht sein, was nicht sein darf"
Der Hinweis der Autorinnen, es gäbe für Komplexmittel auch nicht die in der klassische Homöopathie üblichen Arzneimittelprüfungen, zeigt exemplarische, wie wenig Ahnung sie von den Verfahren haben. Sofern komplexmittel, wie vielfach der Fall, nach Indikationen (bezogen auf ein Symptom bzw. eine Krankheit) verordnet werden und diese Indikationen auch im Beipackzettel stehen, ist die homöopathische Arzneimittelprüfung unsinnig. Allerdings ist dann der Nachweis die Wirksamkeit wie in der konventionellen Medizin möglich.
Doch nach dem Motto, dass es nicht sein kann was nicht sein darf, haben sich die Autorinnen offenbar eines gar nicht vorstellen können: Es existieren bereits für etliche homöopathische Komplexmittel nicht nur arzneimittelrechtliche gültige Wirksamkeitsnachweise, sondern sogar weitergehende wissenschaftliche Studien nach modernem wissenschaftlichem Standart - und mit positiven Ergebnissen.
Grundprinzipien der Seriosität über Bord geworfen.
Die DHU erwirkte vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung, welche die Stiftung Warentest schließlich auch als endgültige Regelung anerkannte: sie erklärte sich zu Einstellung des Vertriebes und Rücknahme der gesamten Auflage des Buches bereit, "sofern sie sich noch in ihrer Verfügungsgewalt befindet". Gleichzeitig nahm sie das Buch auch von ihrer Internetseite.
So weit so gut. Doch die Frage bleibt, ob die praktizierte Test- und Vermarktungsstrategie einer Institution wie die Stiftung Warentest würdig ist. Sie schreibt sich die sachliche Information der Verbraucher auf die Fahnen und erhält dafür vom Staat jährlich rund 6 bis 8 Millionen Euro an Zuschüssen. Hauptsächlich finanziert sie sich allerdings aus Verkaufserlösen der Publikationen. Mit diesen summen ließen sich unter anderem wirklich neutrale Studien über die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren finanzieren - wenn man dies wollte. Doch Verkaufserfolge waren der Stiftung offenbar wichtiger als Seriosität. Sie hat dabei in Kauf genommen, dass der Ruf der Naturheilkunde massiv schaden nimmt und dass Millionen von Patienten verunsichert werden. Bleibt zu hoffen, dass die Tester und ihre Institution - aber auch die Medien - aus dem Debakel Lernen.

Die Vogelgrippe-Inszenierung - Hitchcocks Hühner 11. November 2006
 
Die Welt ist in Sorge. Munkeln doch Minister und Wissenschaftler von einem Geflügel-Virus namens H5N1, das "möglicherweise" zu einer globalen Katastrophe führen wird. Man spricht von "möglicherweise" 150 Millionen Toten, einer Pandemie - einer weltweiten Epidemie.

Menschen kaufen sich Grippemittel und Staubmasken, flüchten vor Tauben: Kürzlich musste die Polizei einen Hausbewohner vor einer Taube retten. Es ist die Sternstunde der Infektionsexperten, aber auch der Gesundheitspolitiker von EU und Weltgesundheitsorganisation WHO - und natürlich vom Schweizer Konzern Roche, der allein mit dem Verkauf des Virenmedikaments Tamiflu im ersten Halbjahr 2005 schon über 370 Millionen Euro Umsatz einspielte, ohne dass das Mittel vermutlich auch nur einmal gegen die Vogelgrippe eingesetzt worden wäre. Die trat nämlich nur bei Geflügelhaltern mit schlechten hygienischen Bedingungen auf.
Eigentlich müsste jeder Wissenschaftler auf Anfragen antworten, dass das Vogelgrippe-Virus für die Menschheit nicht harmloser oder gefährlicher sei als unzählige andere Viren, die seit Jahrhunderten von Tieren auf Menschen übertragen werden, von Gelbfieber bis Tollwut, von Gengue bis Geflügelpest ( zu der auch die Vogelgrippe zählt). Doch die Versuchung ist groß, sich und sein Budget im Rampenlicht etwas zu erhöhen und zu spekulieren. Da spricht man schon mal von weltweiten Seuchen, Todesopfern, Impfungen und auch der jährlichen Influenza-Grippewelle, die mit der Vogelgrippe nicht das geringste zu tun hat. Auch die spanische Grippe 1918 wird erwähnt, die mit 40 Millionen mehr Todesopfer forderte als der gleichzeitig stattfindende erste Weltkrieg. Meist wird jedoch verschwiegen, dass wir mit den schlimmsten Pandemien der Menschheitsgeschichte bereits leben: HIV, Tuberkulose, und Malaria. Jedes Jahr sterben daran über sechs Millionen Menschen.
Einen vernünftigen Grund, vor einer Vogelgrippe-Pandemie zu warnen gibt es bislang jedoch nicht: Jeder Virus kann von einer Tierkrankheit zum globalen Koller mutieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist beim H5N1-Virus nicht größer als bei anderen Tierkrankheiten auch, zumal einiges gegen die Vogelgrippe-Gefahr spricht:
° Die Zugvögel ziehen im Winter von Deutschland in die betroffenen asiatischen Gebiete und nicht umgekehrt. Sie kehren erst im Frühjahr zurück. Dann würden sie mit einer Vogelgrippe diese Strecke allerdings nicht überstehen. Unser Geflügel ist gefährdet - jedoch vielmehr durch verunreinigtes Futter und illegale Vogelimporte.
° Weltweit haben sich über 100 Millionen Hühner, Enten und Gänse mit dem H5N1-Virus infiziert, jedoch nur etwa 120 Menschen (davon ist die Hälfte verstorben). Das bedeutet, dass das Virus nur extrem schwer und selten übertragen wird.
° Die Vogelgrippe wurde bislang noch nie von Mensch zu Mensch übertragen, und es gibt auch keinen Grund, dies für sehr wahrscheinlich zu halten.
° Das H5N1-Virus wurde bereits 1961 in Seeschwalben gefunden und hat schon 1997/1998 und 2002/2003 zu Infektionen bei Geflügelhaltern in Asien geführt.
° Fleisch und Eier infizierter Tiere sind bislang frei vin Viren. Nach einem Erhitzen besteht keine Gefahr mehr.
Im Internet werden indes fleißig Virenmedikamente, Atemmasken, Stallnetze für Vögel, aber auch Aloe-Vera-Preperate, Virenzapper und Eigenbluttherapie gegen Vogelgrippe verkauft. Nachdem "Ebay" - reichlich spät - Virenmedikamente aus dem Angebot genommen hat, nimmt man es dort humoristische: Neben Vogelgrippe-T-Shirts und Feuerzeugen, sind Gummihühner, Weihnachts-"Vogelgrippen" und "Plazebos" gegen Vogelgrippe" erhältlich.
Deutsche Behörden folgen der weltweiten Panik und Forschungseuphorie nicht und versichern, dass weder Reiserücktritte, noch Ernährungsumstellung, Meidung von Vögeln oder individuelle Vorsorgemaßnahmen notwendig seien. Leider schließen sich viele Medien dem nicht an, den Entwarnungen verkaufen sich nicht.
Virenforscher und Pharmahersteller erhalten durch die allgemeine Besorgnis milliardenschweren Auftrieb. Ab spätestens Frühjahr 2006 soll ein Vogelgrippen-Impfstoff für den Menschen weltweit verfügbar sein - und dies, obwohl es noch gar keine "Menschenvogelgrippe" gibt. Nur wenige fragen sich dabei, welche Gefahr eigentlich die Virenforscher selbst darstellen, jene Mediziner und Biologen, die in ihren Labors Viren gentechnisch herstellen können, Pockenviren am Leben erhalten und kürzlich das tödliche Grippenvirus von 1918 aus einer gefrorenen Eskimofrau vollständig rekonstruiert und die "Bauanleitung" veröffentlicht - rein zu Forschungszwecken, natürlich.
Die Spanne zwischen Virenforschung und Virenproduktion, zwischen Wissenschaft und Terror ist winzig klein geworden. Und was hindert daran, das Geflügelvirus im Labor zu einem Menschenvirus umzubauen -natürlich nur, um rechtzeitig einen Impfstoff zu entwickeln, Vorsorgemaßnahmen zu treffen und die Menschen zu schützen?
Für unser Geflügel ist die Vogelgrippe hingegen tatsächlich eine Katastrophe. Bei Infektionsverdacht wird der gesamte Bestand eines Betriebes geschlachtet. Hühner, Enten und Gänse dürfen nicht mehr ins Freiland und töten sich gegenseitig auf engstem Raum. Ein anderes Problem wird auch deutlich: Mit Tausenden zusammengepferchten Tieren sind Infektionen vorprogrammiert. Ein Vorteil hat der ganze Wirrwarr. Etwas kratzt an unserer Illusion der Unverletzlichkeit und Planbarkeit. Vielleicht wird uns auch bewusst, wie sträflich schlecht wir unsere Tiere halten und füttern und welchen Preis wir für die ausufernde Mobilität von Menschen und Gütern zahlen könnten.

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Quelle: naturheilverein-darmstadt.de
Stand: 29.09.21 um 02:53 Uhr